Der Menüpunkt „Standort“ findet sich gleich zwei Mal auf der Homepage von Stumpf Metall. Während er sich unter „Marke Stumpf“ vor allem auf die aus den Standort Deutschland resultierenden Eigenschaften und Qualitätsmerkmale bezieht, wird er hier eher geografisch und politisch betrachtet:

Die beiden Werke von Stumpf Metall befinden sich in Wilnsdorf im südlichen Westfalen, rechts und links der BAB 45, der Sauerlandlinie.
Hier im Siegerland hat Metallverarbeitung eine lange Tradition. Jahrhunderte lang wurde wegen großer Erzvorkommen intensiv Erzabbau betrieben, was später die Ansiedlung entsprechend nachgelagerter Industrien zur Folge hatte.

Noch heute stehen die Siegerländer Symbolfiguren „Henner“, der Bergmann und „Frieder“, der Hüttenmann, sinnbildlich für die Kerntätigkeiten vergangener Wirtschaftsepochen.

 

hennerfrieder

 

Mittlerweile hat sich in der Region, wie im übrigen Südwestfalen auch, eine gesunde mittelständische Wirtschaftsstruktur entwickelt, die unter anderem auch von der zentralen Lage im Westen Deutschlands partizipiert.

Allerdings soll an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden, dass der Standort in Deutschland durchaus auch Nachteile hat. So ist Stumpf Metall eines der wenigen Unternehmen in der Branche, welches noch zu 100 % in Deutschland produziert und keine Fertigung in Osteuropa oder Fernost unterhält. Viele Unternehmen dieser Region sind bereits abgewandert, weil eine wettbewerbsfähige Produktion aufgrund folgender Faktoren nur schwer möglich ist:

  • Hohe Löhne und Gehälter im verarbeitenden Gewerbe: Dies wäre zu verkraften, wenn die Mitarbeiter davon auch kräftig partizipierten, doch leider haben wir hier auch die weltweit höchsten Steuern und Abgaben eines Industriestandortes: Darüber freut sich der Staat, was allerdings nichts daran ändert, dass die hier produzierten Produkte diese Abgaben im weltweiten Wettbewerb erst einmal erwirtschaften müssen
  • Wettbewerbsverzerrung durch die Strukturförderung der Europäischen Union: Durch massive Unterstützung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, dessen Aufgabe es ist, „durch die Beseitigung von Ungleichheiten zwischen den verschiedenen Regionen den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der Europäischen Union zu stärken“, entstehen vor allem in Osteuropa neue Wettbewerber, die (deutsche) Produkte nachbauen um diese dann sehr viel günstiger an die Kunden der (deutschen) Hersteller zu vertreiben. Da die BRD auch größter Nettozahler der EU ist, wird dieser unfaire Wettbewerb maßgeblich durch die deutschen Zahlungen finanziert.
  • Eine ideologisch motivierte, ziemlich schlecht gemanagte Energiewende hat uns außerdem die höchsten Energiepreise beschert. Dies betrifft Privatpersonen wie Unternehmen gleichermaßen, doch Produzenten sind aufgrund des vergleichsweise hohen Energiebedarfes im internationalen Wettbewerb natürlich besonders benachteiligt.

Dennoch: So lange die Stumpf Metaller in der Lage sind, sich diesen Benachteiligungen erfolgreich zu stellen, bleibt die Produktion an Ort und Stelle.